Logopädie bei Säuglingen und Kleinkindern (0-3)
Säuglinge
Häufig liegt die Vorstellung darüber bereits Säuglinge logopädisch zu behandeln fern. Die Therapieindikationen sind hier meist prä-, peri- oder postnatal erworbene Erkrankungen Syndrome und/oder Tonusstörungen.
Mit diesen Erkrankungen gehen meistens Fütterstörungen einher. Ursachen können hier Reifestörungen, Funktionseinschränkungen beim Saugen und/oder Schlucken oder
auch sozial-emotionale Aspekte beim Essen und Trinken sein.
Durch das Castillo Morales®-Konzept möchte ich hier unterstützen. Unter Berücksichtigung der jeweiligen Lebenssituation - mit unterschiedlichen Diagnosen, wie:
- muskuläre Hypotonie im Rahmen einer genetischen Veränderung
Bsp.: Trisomie 21, Prader-Willi-Syndrom, William Beuren Syndrom
- Neuromuskuläre Erkrankungen
- Zentralmotorische Erkrankungen die angeboren oder erworben sind
- Fazialisparesen peripher/zentral
Bsp.: Möbiussequenz
- Kraniofaziale Fehlbildungen
Bsp.: Lippen-Kiefer-Gaumen-Segel-Fehlbildungen, Pierre Robin Sequenz, Apert Syndrom
- Periphere Paresen
Bsp.: Spina Bifida oder Plexusparesen
Kleinkinder
Die oben genannte Unterstützung und Therapie betrifft ebenfalls die weiterführende Behandlung in das Kleinkindalter hinein!
Hier möchte ich die Kerninhalte der frühkindlichen Sprachtherapie und meine Haltung dazu beschreiben.
Etwa zehn Prozent aller Kinder beginnen im Alter von zwei bis zweieinhalb Jahren nicht wie erwartet zu sprechen Buch "Wenn Kinder die Sprache nicht entdecken" S.9.
Besonders in den ersten drei Jahren geht es darum eine Vorstellung über die Welt aufzubauen. Vom ICH zum DU, bis hin zu den OBJEKTEN
Bsp.: der Ball, das Auto, der Baum.
SPRECHEN bedeutet, das Kind kann z.B. das Wort Ball sagen.
SPRACHE verlangt aber mehr, es bedeutet für das Kind auch über diesen Ball sprechen zu können wenn dieser gerade nicht sichtbar ist.
Schlussfolgerung:
Kinder können auch über ein nicht sichtbares Objekt sprechen, weil es in ihrer Vorstellung existiert. Hinzu kommt die Lust daran, dem Gegenüber, dem DU , etwas zu erzählen/mitzuteilen, im Wissen, dass diese Person nicht automatisch das gleiche denkt wie ICH.
Frau Barbara Zollinger nennt es "Die Entdeckung der Sprache".
Im Laufe meiner Erfahrung mit frühkindlicher Sprachtherapie, konnte ich selbst immer wieder diese zwei wichtigen Voraussetzungen feststellen. Sie sind zur Basis meiner Sprachtherapie mit Kleinkindern geworden. Das "SPIELEN" nimmt dabei eine zentrale Rolle ein.
Meilensteine der frühkindlichen Sprache (0-3 Jahre)
- 1. Lallphase 4-6 Mon. : "Gurgel-, Kehllaute" Babys probieren ihre Sprechwerkzeuge aus
- 2. Lallphase ab 6 Mon.: Lautverdoppelungen Bsp.: Baba, Lala
Baby hört sich selbst und bekommt Freude daran
- Erste Wörter mit 12 - 13 Mon.
- Aktiver Wortschatz: mind. 50 Wörter können bis zur Vollendung des 2. Lebensjahres gesprochen werden
- Ab ca. 18 Mon.: Produktion von Zweitwortäußerungen Bsp.: Papa Ball, Mama zu